Baugeschichtliches zur Kirche

Baugeschichtliche Infos zur Kirche Komptendorf

Notizen zur Baugeschichte der Komptendorfer Kirche, zusammengestellt vom Gemeindemitglied Christian Grauer.

Die Kirche von Komptendorf ist ein zum Teil verputzter Feldsteinbau des 15./16. Jahrhunderts. Die Grundsteinlegung soll 1475 erfolgt sein. Dem unregelmäßigen Feldsteinmauerwerk sind Ziegelbrocken untergernischt. Das Langhaus mit Satteldach ist wahrscheinlich 1575 nach Osten erweitert worden, besonders an der Nordseite ist die Baufuge deutlich erkennbar, dort sind die Kanten des westlichen Teils aus Raseneisenstein.

Den östlichen Abschluss bildet ein reicher viergeschossiger Staffelgiebel über der zweimal leicht geknickten Mauer. Der Giebel stammt wahrscheinlich von 1575. Die Putzleisten an den Kanten und dem Traufgesims entstanden 1730 oder 1739. Die flachbogigen Fenster wurden barock verändert und 1818 vergrößert.
Seit 1999 wird die Verglasung durch die Firma Putzler aus Döbern erneuert. Im Jahre 1895 wurden die Backsteinvorhallen an der Südseite errichtet, die Fachwerk -.Vorgängerbauten ersetzten. An der Südseite befindet sich ein steinerner Aufbau mit Treppe zur Empore. An der Nordseite führte ein hölzerner Aufbau zur Empore.

Der eingezogene Westturm wurde wohl in der ersten Hälfte des 16. Jh. errichtet, wird auch aufgrund der Glockeninschrift der ältesten Glocke auf 1542 datiert. Zwei weitere Glocken kamen Mitte der 20er Jahre hinzu. Die Turmspitze wurde 1835 erneuert. Der Turm mit seinem Zinnenkranz aus Backstein und polygonalem Spitzhelm zeigt große Ähnlichkeit mit den Kirchtürmen in Kahren, Papitz, Werben und Lieberose.

Innen ist die Kirche verputzt. Zwischen dem Turm und dem Langhaus besteht keine Verbindung. In der Westwand des Langhauses soll sich ein vermauertes spitzbogiges Fenster befinden (von der Orgel verdeckt?), was für die spätere Errichtung des Turmes sprechen würde.

Die Decke, eine von innen verputzte flachbogige Holztonne, wurde 1730 “erneuert “, damals mit breiten Stuckrippen. Auch ihre Form wurde wohl deutlich verändert; darauf weist an der Westseite die breite Blende hin.

Der Renaissance-Altaraufsatz stammt wohl aus dem Jahre 1575. Das untere Bild zeigt den gekreuzigten Christus inmitten der Familie von Kottwitz aus Sergen und Neuhausen, die den Altar gestiftet hat. Die Inschrift lautet: “Allein Gott mein Hülff. Ihn Gottes Gewalt habe ichs gestaltt.”

Anno 1575 hatt der Edle Gestrenge und Ehrenveste Günter v. Kottwitz Auff Sergen und Neuhause Churfürst Brandenburg: “Rath es dise altar Gott zu Ehren und Der Kürchen zu wolgefallen mere Theils von dem seinen bauen und vorferttigen auch sich sambt seiner geliebtten Ehlichen Hausfrawe Elisabeth geborene von Roß undt ihrer baiderseide lieben Kinderlein hinauff Abmallen lassen.”

Der Altar ist wohl bereits aus der Zeit nach der Einführung der Reformation. An der Rückseite befindet sich folgende Inschrift: “EHRENFREIID BURSHERUS. PASTOR. 1698.”, die einerseits mit einer Wiederherstellung in Beziehung gesetzt wird, andererseits auch für das Jahr der Errichtung gehalten wurde. Der Taufengel ist eine Schenkung der Familie von Zabeltitz aus Sergen vom Jahre 1698. Die Kanzel an der Nordseite stammt aus dem Jahre 1698. Die Emporen sollen mit dem Bevölkerungswachstum im Zusammenhang mit der Industrialisierung notwendig geworden sein. Sie wurden wohl 1818 eingebaut.

1904 gab es eine Erneuerung des Kircheninneren, wobei die beiden Kronleuchter angebracht wurden. Die Orgel, die einen Vorgängerbau ersetzt, wurde am 12. August 1928 eingeweiht. Folgende Grabsteine sind vorhanden:

  • Grabstein des 1720 verstorbenen Sönleins des Erdmann v. List und seiner Gattin Eva geb. von Muschwitz (Südseite im Osten, der linke Stein).
  • Grabstein des Caspar Heinrich v. Trebendorf-Mattendorf Rittmeister (gest. 1697), der Oberteil Stein); ist leider abgebrochen, mit Monogramm “CHVK” (Südseite im Osten, rechter Grabmahl des “Friedrich Christian Krathl, Kurfürstl. Major und Kriegskommissar des Markgrafenthums Niederlausitz, Erb-Lehns- und Gerichtsherr auf Gahry (gest. 1793), ein als Ruine gebildeter Steinobelisk (am Ostabschluss).
  • Grabstein des Ladislaus v. List, Erbherr auf Komptendorf Sandstein mit Darsteliung des Verstorbenen in Plattenrüstung, Ende des 17. Jh. (Südseite zwischen Emporenaufgang und östlicher Vorhalle).
  • Grabstein des Christian Friedrich Ohnesorge, gest. 1768, und seiner Gattin Sophia Elisabeth geb. Greiffenhagen (gest. 1788), Schriftplatte mit geschweiftem Rand auf einem Sockel (Südseite Westende).
  • Die Steine an der Nordseite sind leider nicht mehr lesbar.

Vielen Dank, Herr Grauer!

 

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